Sonntag, 16. Juli 2017

Zwischenbericht Petition: Sachstand und Korrektur der Irritationen

(Blindheim 16.07.2017) Im Laufe der letzten Wochen schreitet die Petition „Stoppt die Zerstörung unserer Heimat durch Flutpolder“ gut voran. Die Anzahl der Unterschriften und Unterstützer liegt derzeit bei über 4000, an die 1000 handschriftliche Zeichnungen sind noch einzugeben. Das Ziel ist ein bayernweites, ausgewogenes und solidarisches Hochwasserschutz anzustoßen, das eine breite öffentliche Zustimmung findet. Es müssen alle Möglichkeiten des Hochwasserschutzes ausgenutzt werden, jeder Landkreis muss sein Wasser primär selbst verwalten und es darf keine Konzentration auf wenige Bereiche geben. Zudem erfahren die Bürger hier im Landkreis nur dürftig politische Unterstützung, bis auf wenige Ausnahmen, besonderen Dank hier an den MdL Hr. Häusler. Die Politik z.B im Landkreis Günzburg ist da für die Leipheimer besser engagiert. Entgegen einigen Irritationen in der Öffentlichkeit richtet sich die Petition nicht selektiv gegen Polder auf den landwirtschaftlichen Flächen oder Auwäldern, sondern gegen das Konzept insgesamt. Das momentane Polderkonzept belastet wenige stark, um Anderen z.B. die Möglichkeit der Bebauung von Hochwasserflächen zu verschaffen. Insbesondere werden die Polder Leipheim, Helmeringen und Gremheim, aber auch die anderen Standorte in Bayern bemängelt.Wir sehen die meterhohe und z.T. wochenlange „Lagerung“ von Wasser auf den Flächen kritisch, da diese anschließend praktisch tot sind. Das gilt für die Felder ebenso wie für die Auwälder. Aus diesem Grund wird auch keiner vorschnellen Zerstörung der Auwälder zugestimmt. In Leipheim wäre bei der jetzigen Projektierung z.B. das Trinkwasser gefährdet und in Gremheim gibt es seit Jahrzehnten den ökologisch verträglicheren Riedstrom. Dieser ist für den Landkreis Dillingen als Hochwasserschutz ausreichend. Sollten aufgrund unabhängiger Untersuchungen weitere Flächen notwendig sein, ist für das Gebiet Blindheim-Gremheim auch der staatliche Auwald aus unserer Sicht als Flutbereich möglich, eben wegen fehlender Trinkwassergefährdung. Es sind also die lokalen Eigenheiten zu berücksichtigen.
Es stört sich mancher an dem Adressenteilausschnitt auf der Petitionserläuterung, der sich auf Leipheim bezieht. Das ist jedoch dem Layout der Seite geschuldet, da die Adressen nur gekürzt erscheinen und bedeutet nicht, daß es nur gegen den Leipheimer Polder geht. Es könnte ebenso meine Adresse dort stehen, Blindheim. Sollten sich dann die Leipheimer brüskieren? Nein, wir arbeiten solidarisch füreinander und miteinander, um unser Ziel zu erreichen.
Ebenso ist es nicht Ziel einen einzelnen Polder aus dem Konzept zu lösen oder zu verhindern, sondern das ganze Polderkonzept ad absurdum zu führen. Das geht eben nur gemeinsam, deshalb ist die Petition auch von Mitgliedern mehrerer Initiativen und mir als unabhängigen Geologen ins Leben gerufen worden.
Wenn ein Polderstandort wegfällt, hinzu kommt oder gewechselt wird ist das ein Politikum bzw. ein Verwaltungsakt und nicht Folge einer Unterschrift, auch wenn mancher das gern so darstellt. Man möge hier dem eigenen gesunden Menschenverstand vertrauen, wie sonst auch. Deshalb ist die Aussage, dass mit den Unterschriften der Polder in Leipheim verhindert wird und dafür zusätzliche Flächen im Landkreis Dillingen hinzukämen schlichtweg unrichtig. Wenn der Polder in Leipheim fällt, dann z.B. aus o.g. Gründen der Trinkwasser- oder Grundwasserproblematik , wie auch von der Umweltministerin Fr. Scharf mehrfach betont und vom WWA bestätigt.
Sie, werte Mitbürger, unterstützen mit Ihrer Unterschrift eine Petition, damit endlich dieses Thema in den Landtag kommt und ein vernünftiges, bayernweites und von der Allgemeinheit tragfähiges Gesamtkonzept entwickelt wird. Der Einsatz ist für den Erhalt unserer Heimat, dem schönen Donauried, der Kulturlandschaften und der Natur an der Donau als Ganzes. Wir wollen unseren Kindern keine zerstörte Umwelt hinterlassen, sondern eine Heimat, wie wir sie in unserer Kindheit erleben durften. Dafür stehe ich als Mitinitiator ganz vorne auf der Petition.