Freitag, 7. September 2012

Sven Rosenberg: Adieu zur Geburtenstation - der „gebürtige“ Wertinger stirbt aus!

(Wertingen 07.09.2012) Wie kann man noch im Frühjahr vor die Presse treten (WZ 14.03) und propagieren, dem Krankenhaus Wertingen geht es nun endlich wieder blendend, wohl wissend, dass man den Ärzten in der Geburtenstation solche Steine (eher Felsbrocken) in den Weg legt, dass deren weitere Betätigung im KKH Wertingen unmöglich ist? Die Stadt Wertingen kann freiwillig einen Kostenanteil von 1,55 Mio. für das Krankenhaus stemmen, aber eine Haftpflichtprämie von 40 000 Euro für die Zugpferde dieser Abteilung soll nicht mehr möglich sein? Wie ärmlich ist das denn? Im Donauwörther Krankenhaus wird diese Prämie für die Ärzte übernommen, in Wertingen soll es dafür nicht mehr reichen? Für die Musikschule und andere Institutionen kann man schon mal einen 5-stelligen Betrag locker machen, für die Wertinger Zeitung – deren Niveau mehr als fraglich ist – kann man im Stadtrat eine Resolution starten, aber für die Geburtenstation muss man nichts machen. Unter diesen Umständen anzuführen, dass es nur 229 Geburten gab, aber es wirtschaftlich 700 bis 800 Geburten sein sollten, ist pietätlos und dumm. Dies zeigt aber wieder einmal mehr die Einstellung mancher Herren: Geld ist wichtiger als Kinder! Eine Geburt ist ja wohl auch nichts Sinnvolles, man kann diese existenziell unwichtige ärztliche Fachrichtung ruhig vernachlässigen. Wer will außerdem schon in seinem Personalausweis als Geburtsort Wertingen stehen haben. Man könnte sich ja dann mit dieser Gegend und diesem Städtchen identifizieren und das braucht nun wirklich kein Mensch. Für unsere linken Freunde, dies ist Sarkasmus.
Dieser gesamte Vorgang ist ein Armutszeugnis für unsere Region. Solche Entscheidungen – die Geburtenstation aushungern zu lassen – fallen nicht in wenigen Tagen. Dort muss man den Entscheidungsträgern schon länger währende Überlegungen zur Last halten! Wir haben 3 Kinder in Wertingen bekommen und ich muss den Hebammen, wie auch den Frauenärzten, die uns betreut haben, meinen Dank aussprechen für deren hervorragend geleistete Arbeit. Für mich sind solche Entscheidungen sehr bedauerlich und künftige Generationen von natürlichen Lebensgemeinschaften können einem Leid tun.