Donnerstag, 31. März 2011

„Bürger-Gespräch“ mit Sven Rosenberg (BIW)

(Wertingen 31.03.2011) In regelmäßigen Abständen suchen wir ab sofort unter der Rubrik „Bürger-Gespräch“ das direkte Wort mit nonkonformen Persönlichkeiten aus unserer Region. Hier gibt es keine Zensur oder politische Korrektheit, sondern nur die freie Rede. Anfangen möchten wir mit dem BIW-Mitglied Sven Rosenberg. Dieser hat sich schon vor seiner BIW-Mitgliedschaft des öfteren über Leserbriefe oder persönliche Gespräche zu regionalen Themen zu Wort gemeldet.
Hallo Herr Rosenberg, stellen Sie sich doch einfach für unsere Leser kurz vor:
Mein Name ist Sven Rosenberg, bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe drei prächtige Jungs. Ehrenamtlich bin ich Trainer der F-Jugend in Unterthürheim und engagiere mich für Kinder und Jugendliche von sportlichen Aktivitäten bis zu richtigen Bewerbungsschreiben. Meinen täglichen Broterwerb verdiene ich mir als Vollzugsbeamter in unterschiedlichen Einsatzbereichen.
Seit wann wohnen und leben Sie in der Stadt Wertingen?
Mit einigen berufsbedingten Unterbrechungen seit meinem 2. Lebensjahr. Ich habe mich aber immer als Wertinger gefühlt. Natürlich ist es etwas anderes, ob man als junger Mensch oder als Erwachsener in Wertingen lebt, , da die Interessen altersbedingt unterschiedlich gelagert sind. Meinen Schulabschluss habe ich in der Staatlichen Realschule Wertingen mit der Mittleren Reife abgeschlossen.
Zu welcher politischen Richtung tendieren  Sie, da Sie sich als politisch aktiv bezeichnen?
Zu welcher politischen Richtung ich tendiere, ist schwer zu sagen. In Wertingen gibt es nur eine politische Gruppierung die mir imponiert und deren Mitglied ich geworden bin: die BIW. Ich muss aber weiter ausholen um zu erklären, wie ich auf diese Gruppierung gestoßen bin. Zu Beginn meiner politischen Interessen habe ich mir sämtliche Wahlprogramme der zugelassenen politischen Parteien zukommen lassen. Dies waren damals ca. 40 Wahlprogramme. Darunter gab es natürlich mehr oder minder ernst zu nehmende Parteien. Nach Durchsicht dieser Unterlagen schwankte ich zwischen mehreren Parteien. Der politische Reifeprozess sollte noch ein paar Jahre andauern. Inzwischen machte eine politische Gruppierung aus Wertingen durch Aktionen und Pressemitteilungen auf sich aufmerksam, die auf wirkliches politisches Engagement schließen ließ und mich beeindruckte. Die  BIW deckte Missstände auf, prangerte Fehlverhalten der politischen Führung Wertingens an und  erweckte dadurch meine Neugierde. Stadtrat Peter Seefried hat durch seinen Kampf gegen soziale und politische Ungerechtigkeit mehr als nur mein Interesse geweckt. Ich fühlte mich in die Pflicht genommen diese Gruppierung  zu unterstützen, zumal ich merkte, dass sie politisch isoliert,  gegen Altparteienfilz und teilweise auch gegen die Missachtung von bürgernahen politischen Handlungen und Entscheidungen ihren Kampf zum Wohle für Wertingen führt. Meiner Meinung nach ist die BIW die einzige wirkliche Opposition im Wertinger Schloss, welches sich schon viel zu lange unter der Regentschaft der Altparteien befindet.
Wie würden Sie sich beschreiben?
Recht muss Recht bleiben. Es kann nicht sein, dass man aufgrund seiner finanziellen Situation oder der gesellschaftlichen Herkunft rechtlich anders behandelt wird. Dies ist leider bundesweit immer noch der Fall. Daher kann ich nur versuchen mich diesbezüglich für Wertingen einzusetzen und darauf hoffen, dass es genügend Menschen gibt, die dies genau so sehen und sich trauen für eine gute Sache einzustehen. Einige dieser Personen habe ich bereits bei der BIW kennen- und schätzen lernen dürfen. Amts- und Würdenträger des öffentlichen Lebens sollten, nein müssen, eine Vorbildfunktion darstellen. Woran soll sich die Jugend sonst orientieren. Ich setze mich für „schwächere“ Mitbürger ein, auch wenn ich dadurch selber  schwerer durchs Leben gehe. Miteinander statt gegeneinander, Schwächen eingestehen, denn man muss kein Übermensch sein. Ehrlich gegenüber seinen Mitmenschen sein. Ich muss nicht „everybodys Darling“ sein.
Sie sind „Stadthalter“ von Wertingen, was machen Sie?
Mehr soziale Gerechtigkeit für sozial Schwächere – vom Hallenbad und Freibad über Kindergarten und Altersheim. Genaueste Überprüfung von Einnahmen und Ausgaben. Die Jugend ist das Kapital von morgen, die älteren Mitbürger haben uns den Weg geebnet. Beiden Gruppen sollte also unser besonderer Dank und unsere besondere  Aufmerksamkeit gelten. Keine Lügen, keine Selbstbedienung dafür mehr Bürgernähe. Filz gehört nicht ins Rathaus. Dies wären meine Schwerpunkte.
Ihre Wünsche für die Zukunft?
Ein soziales und starkes Wertingen – für die Zukunft unserer Kinder, Gesundheit und Frieden für uns alle, gegen Korruption und für ein transparentes, öffentlich ausgewogenes Energiesystem. Im privaten Bereich ein Familiengefüge, in dem Respekt, Hilfe und Miteinander die größte Rolle spielen.
Herr Rosenberg – ich bedanke mich für Ihre ehrliche und bereitwillige Auskunft.