Samstag, 5. Juni 2010

Müssen Österreicher deutsch lernen?

(Wertingen 11.02.2007) Die Februar-Sitzung der BIW-Vorstandschaft beschäftigte sich mit dem Zuschuss der Stadt an den evangelischen Kirchenbau. Die Mitglieder unterstützten die Ansichten von BIW-Stadtrat Seefried, der den neuerlichen Zuschuss in Höhe von 19.000 € ablehnte.
„Schon im letzten Jahr hat die Stadt die evangelische Gemeinde mit 49.000 € unterstützt, was die BIW damals auch befürwortete. Jetzt ist eine weitere Unterstützung des Guten zuviel. Wenn die Stadt nach dem Gleichheitsprinzip vorgehen würde und jeden Verein oder jede Glaubensgemeinschaft im selben Rahmen unterstützen würde, wäre die Stadt wohl bald zahlungsunfähig. Schließlich handelt es sich bei den christlichen Kirchen um zweifelsfrei sehr wohlhabende Institutionen“, so Seefried bei seinen Ausführungen. Der 2. Vorstand Bernd Zuna sah in der Vorgehensweise der anderen Parteien im Stadtrat wohl schon taktisches Verhalten im Hinblick auf die Stadtratswahl 2008. Zuna wörtlich: „Es ist schon erstaunlich, daß sich im Stadtrat eine Einheitskoalition der „Geldbewilliger“ bildet, sobald ein Wahltermin in Aussicht ist. Die BIW bleibt hier standfest“.
Überrascht gab sich die BIW vom Verhalten des Bürgermeisters, der einen Sprachkurs für Ausländer unterstützen will. So sind in Wertingen deswegen auch zahlreiche österreichische Staatsbürger angeschrieben worden, ob sie nicht ihre Deutsch-Kenntnisse verbessern wollen, was wieder mal die „Kompetenz“ des Bürgermeisters unterstreicht. Bedenklich fand die BIW-Vorstandschaft allerdings, daß ein Brief in türkischer Sprache dem Schreiben beilag, der zur Teilnahme am Kurs aufforderte. Der BIW-Geschäftsführer Mayer sah darin den letzten Beweis der gescheiterten Integration. „Wer nicht mal in der Lage ist, den leicht verständlichen Brief des Herrn Bürgermeister zu lesen und hier schon eine türkische Übersetzung benötigt, hat in unserem Land einfach nichts verloren“, betonte Mayer. Die BIW überprüft, ob der Sprachkurs der Stadt Wertingen Kosten verursacht. „Wenn unsere Kinder in Mathe oder Chemie Nachhilfe benötigen, bekommen wir ja auch keine Nachhilfestunden von der Stadt bezahlt“, so Stadtrat Peter Seefried.
Die Aufgabe des Standortes der Firma „3 M Espe“ war schließlich das letzte Thema. Diesen Schritt bedauerten alle BIW-Mitglieder, wobei darauf hingewiesen worden ist, daß die Gewerbesteuererhöhung der Stadt sicherlich keine unterstützende Maßnahme war. Stadtrat Peter Seefried wird sich in diesem Zusammenhang noch entsprechende Informationen über das Grundstück in Geratshofen einholen. Dieses hatte die Stadt dem Unternehmen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Jetzt wäre eine Rückgabe oder ein finanzieller Ausgleich durchaus angemessen. (may)